Die kreisfreie Hansestadt Wismar liegt an der Ostseeküste des Landes Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt an der Wismarer Bucht, die wiederum ein Teil der Mecklenburger Bucht ist. Auf Grund seiner günstigen Lage ist das Gebiet der Stadt ein Jahrtausende altes Siedlungsgebiet, was durch Funde und Ausgrabungen belegt ist. Das nahe Wismars gelegene Ostseebad Rerik war einstmals wohl ein bedeutender Fernhandelsplatz der Wikinger. Die Gründung der Stadt Wismar geht mit einiger Sicherheit auf Heinrich Borwin den Ersten zurück, einem Fürsten zu Mecklenburg. Das Jahr der Gründung kann nur geschätzt werden und sollte etwa um 1226 liegen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Stadt in einem Dokument aus dem Jahre 1229. Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts umschloss eine durchgehende Stadtmauer die Ansiedlung.
Schon bald wurde Wismar eine Mitgliedsstadt der Hanse. Wegen der zunehmenden Seeräuberei wurde mit den beiden Städten Rostock und Lübeck ein Schutzvertrag geschlossen. Bis heute sind die hanseatischen Traditionen Wismars spürbar. Die Pest sowie der Dreizigjährige Krieg setzten der Stadt gehörig zu. Nach dem Ende dieses Krieges und dem Westfälischen Frieden fiel sie an die Krone Schwedens.
In der Neuzeit, das heißt Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, wurde auch Wismar an die Eisenbahnverbindung nach Schwerin angebunden und wenig später nach Rostock. 1881 eröffnete Rudolf Karstadt ein Tuchgeschäft, womit der frühe Grundstein für die Warenhauskette Karstadt gelegt war. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Wismar später vor allem durch die Dornier Flugzeugwerke und die Wagon- und Triebwagenfabrik.
In DDR-Zeiten avancierte die Stadt nach Rostock zur zweitwichtigsten Hafenstadt an der ostdeutschen Küste. Hauptsächlich wurden hier Massengüter umgeschlagen. Heute ist die Werft Nordic Yards der größte Arbeitgeber Wismars und Umgebung. Sie kann auf das größte überdachte Trockendock Deutschlands verweisen. Mit der Ansiedlung verschiedener Betriebe entstand unweit eines der technologisch modernsten Zentren für Holzverarbeitung in Europa. Auch der Seehafen hat heut noch eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, obwohl bei bestimmten Wetterlagen stark schwankende Wasserstände zu beklagen sind.